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Schematherapie in der Traumabehandlung

September 29, 2017 - September 30, 2017

€270

Veranstaltungszeiten:

29.09.2017 von 16:00 bis 19:30 Uhr

30.09.2017 von 09:00 bis 16:30 Uhr

 

Workshopsprache:

Deutsch (German)

 

Inhalte und Ziele:

Young entwickelte in den 90er Jahren die Schematherapie für Patienten mit chronischen psychischen Erkrankungen, die aufgrund ihrer rigiden und dysfunktionalen Denkstrukturen sowie des fehlenden Kontaktes zu ihren eigenen Emotionen oftmals nicht zufriedenstellend auf kognitive Verhaltenstherapie ansprechen. Dazu gehören Persönlichkeitsstörungen sowie chronischen Achse-I-Störungen. Die chronische PTBS oder komplexe posttraumatische Belastungsstörung, die im ICD 10 nicht zu kodieren sind, lässt sich am ehesten mit der andauernden Persönlichkeitsänderungen nach extrem Belastungen codieren. Die Symptomkriterien überschneiden sich deutlich mit den Kriterien der Persönlichkeitsstörung. Durch die nachgewiesene Wirksamkeit der schematherapeutischen Behandlung von Persönlichkeitsstörung (z.B. Bamelis et al., 2014), gehen neuere Überlegungen davon aus, dass sich die Anwendung der Schematherapie bei chronischen PTBS  Patienten hilfreich auf die Abbruchrate und Erfolgswahrscheinlichkeit der Traumabehandlung auswirkt. Ebenfalls zeigen die neusten entwickelten Störungsmodelle, dass die problematischen Interpretationsprozesse eine ursächliche Rolle für die Aufrechterhaltung und Entstehung der chronischen PTBS darstellen (Ehlers u. Clark, 2000). Aus diesen problematischen Interpretationsprozessen entstehen Emotionen, Körperwahrnehmungen, Erinnerungen und Verhaltensimpulse. Aus solch einem Konglomerat besteht in der Schematherapie ein Schema. Ein Schema entwickelt sich aus einer frühen Frustration von kindlichen Bedürfnissen. Als ein Beispiel ist die innerfamiliäre Traumatisierung zu benennen, wodurch die kindlichen Bedürfnisse nach Geborgenheit, Versorgung und Sicherheit massiv beeinträchtigt werden. Aus diesem Umstand heraus könnte der Patient ein Misstrauensschema entwickeln. Dieses Schema setzt sich aus dem Gedanken: „alle Menschen sind bedrohlich, ich selbst bin es nicht wert geschützt zu werden“, dem Gefühl Angst und Scham und dem Handlungsimpuls Vermeidung/Rückzug zusammen. Das Schema wird über das Leben hinweg aufrechterhalten. Es beeinflusst die Interpretation, die Verarbeitung und die Reaktionen auf zukünftige Situationen. Ziel der Schematherapie ist die langfristige Veränderung der maladaptiven Schemata. Grundlage der schematherapeutischen Behandlung ist ein störungsspezifisches Modusmodell, das zentrale Schemamodi beinhaltet. In der Behandlung von Patienten mit chronischer PTBS wird berichtetes Problemverhalten sowie in der Interaktion beobachtete Schwierigkeiten zu dem dabei jeweils im Vordergrund stehenden Schemamodus in Beziehung gesetzt, und in der Folge modusspezifisch interveniert.

In diesem Workshop wird auf die schematherapeutische Behandlung von Patienten mit chronischer PTBS fokussiert. Grundlage ist das spezifische Modusmodell für Patienten mit chronischer PTBS. Fokussiert wird auf Interventionsstrategien für den vulnerablen Kindmodus, den strafenden Elternmodus und die relevanten maladaptiven Bewältigungsmodi (u.a. Compliant Surrender, Vermeidender Distanzierter Beschützer). Schwierige Therapiesituationen (z.B. langsame Autonomieentwicklung) werden im Workshop besprochen und Interventionsstrategien erarbeitet.

Methoden:

Im Workshop wird das Modusmodell sowie modusspezifische Behandlungsstrategien anhand von Vortrag und Arbeit mit unterschiedlichen Fällen vorgestellt. Anhand von Demonstrationen wird die Umsetzung von Behandlungsstrategien veranschaulicht und später in angeleiteter Kleingruppenarbeit von den Teilnehmern im Rollenspiel geübt. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, eigene Fälle einzubringen und darauf bezogene Fragen zu diskutieren.

Dozentin:

Nadine Scheld ist Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis sowie leitentende Diplom Psychologin der Akutpsychosomatik mit dem Schwerpunkt komplexe posttraumatische Belastungsstörung (Dr. Ebel Fachklinik Vogelsbergklinik). Zudem leitet sie das interdisziplinär ausgebildete Schematherapieteam der psychosomatischen Rehabilitationsklinik. Dieses Team führt ein  schematherapeutisches Spezialprogramm durch, mit dem Störungsschwerpunkt der Persönlichkeitsstörungen/akzentuierungen im Rehabilitationskontext. Sie ist zertifizierte Schematherapeutin und Supervisorin nach den Kriterien der ISST e.V. sowie Leiterin von Workshops, ausgebildet im EMDR Verfahren.

Details

Beginn:
September 29, 2017
Ende:
September 30, 2017
Eintritt:
€270
Veranstaltung-Tags:
, ,

Veranstalter

Institut für Psychotherapie in Mainz (IPSTI-MZ)
Telefon:
+49 / 6131 / 4633713
Webseite:
www.ipsti-mz.de

Veranstaltungsort

Institut für Psychotherapie in Mainz (IPSTI-MZ)
Kaiserstr. 18, 4. OG
Mainz, Mainz 55116
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Webseite:
www.ipsti-mz.de